Poolbau

An dieser Stelle möchte ich von meinen Erfahrungen beim Eigenbau eines kleinen gefliesten Außenpools erzählen und später in einer Tabelle auflisten was man dafür aufwenden muß bzw. warum ich anstelle einer Folie flieste oder den Beton von Hand angemacht habe.

Wir hatten schon mehrfach den Gedanken, dass es im Sommer schön wäre, wenn man direkt im Garten einen kleinen Pool zum Abkühlen hätte. Also schaute ich im Internet nach "Anleitungen" zum Poolbau, da aus Kostengründen nur ein Pool der Marke Eigenbau in Frage kam, zumal ich Treppenstufen einbauen wollte. Da wir auf der Grundstücksüdseite eh noch rund 15 t Erde zum Auffüllen benötigten und zudem ein Minibagger mit Fahrer im September 2009 für die Hofzufahrt kam, schlug ich bei Beginn der Hofraumarbeiten spontan 4 Metallpfosten in den Garten. Wir hatten zwischen 3 Bäumen und dem Grenzzaun im Süden Platz für einen gemauerten Pool mit den Innenmaßen von 3x 4 m. 

Nach 3 Stunden war der Bagger fertig. Eine Erdmulde mit 7 m³ Aushub wurde direkt weggebracht.

Aus Kostengründen habe ich mich anfangs für Schwerbetonsteine mit einer Breite von 30 cm entschieden. Als Bodenplatte plante ich anfangs eine Lage Baustahlmatten in ca. 15 cm Beton. Auf den entsprechenden Internet-Poolbauseiten habe ich dies teilweise so gefunden. Ich hatte einfach keine Lust Hohlblocksteine mit Eisen zu bestücken und dann von Hand mit Beton zu befüllen. Außerdem schien mir dies anfangs im Vergleich zu meinen Steinen zu teuer

Geplant war also ein gemauerter Pool mit ca. 125 cm Höhe und rund 13 m³ Wasserinhalt. Außen wollte ich wieder Erde anfüllen, damit die gemauerten Steine durch den Wasserdruck nicht verschoben werden und die oberste Mauerreihe sollte ein Betonring mit Eisen sein. Nun ja, so hatte ich es mir aufgrund verschiedener Internetanleitungen vorgestellt. NUR: Bei den anderen Projekten wurden Folien eingehängt. Dadurch bleibt das Wasser auch bei einem Spalt in der gemauerten Wand noch komplett in der Folie. Doch ich wollte keine Folie. Aus Kostengründen und weil ich Fliesen schöner finde. Also bat ich meinen Statiker kurz einen Blick auf meine Planung zu werfen und es kopfnickend abzusegnen. Doch der lachte nur. Für mein Projekt sei mind. eine 15 cm Schotterschicht, 20 cm Betonbodenplatte mit 2 Eisenlagen - getrennt durch Abstandshalter- notwendig. Meine Steine seien was für Hobbybastler! Die würden dem Wasserdruck keinesfalls stand halten. Ich müßte in allen Ecken einen Betonpfeiler und je Wandseite 2 Betonpfeiler mit jeweils vier 12er Baustahl im rechten Winkel gebogen einbauen. Nach diesem anfänglichen Schock ging ich los, weiteres Material besorgen. Schließlich wollte ich ja einen Pool!!

Mit Hilfe von 30 cm breiten Schalbrettern wurde ein Rahmen mit Gefälle in Richtung Abfluß aufgestellt, dann eine Schotterschicht von im Durchschnitt rund 10 cm Höhe reingeschaufelt und anschließend ne Baufolie überlappend ausgelegt.

 

Als Abstandshalter zwischen den Baustahlmatten verwendete ich alte Knochensteine aus Beton. Billiger gehts nicht. Außerdem wurde der Bodenablauf (Ebay läßt grüßen) eingebaut. Die 12 mm starken Eisen wurden von Hand gebogen und entsprechend platziert.

 

Am 28.09.2009 wurde die Bodenplatte mit 6t Kies und 53 Sack Zement (1,325 t) von Hand mit einem Betonmischer erstellt. Beginn: 9 Uhr, Ende: 18 Uhr.

Der frische Beton zog langsam an und wurde nun mittels einer Latte entlang des Holzrahmens abgezogen. Die Bodenstärke liegt überall bei mind. 20 cm Höhe. Im Bereich des Abflusses sogar bei rund 25 cm.

Und rund 2 Wochen später fing ich mit dem teilweisen Ausmauern an.

 

Mitte Oktober konnte man schon ungefähr die Ausmaße des Pools erahnen und die erste Einlaufdüse wurde gesetzt.

Und dann kam das Streichen, Ausräumen und Fliesen der Garage vor dem Winter dazwischen.Man will ja nicht die Scheibe freikratzen müssen :-)

So wurde kurzfristig noch die Poolhöhe um eine weitere Steinreihe von 25 cm erhöht und gerade vor dem Schnee noch 3 Betonpfeiler "gegossen". Dann kam der Frost. Also ein witterungsbedingter Baustopp bis zum Frühjahr 2010....

Und dann kam die Nachricht vom anstehenden Nachwuchs. Somit gab es eine neue Prioritätenliste (Kinderzimmer ausbauen- streichen- einrichten, Dachboden dämmen, Zaun zum Nachbarn bauen, Hecke pflanzen, Baum pflanzen, Einfahrt für den Kinderwagen pflastern,...)....und der Poolbau rückte ganz ganz weit nach hinten. 

ABER es wird mit dem Poolbau weitergehen. Oder ich mache ein Gästehaus aus dem Rohbau. Strom und Wasser sind vorhanden... :-)

So sieht die Bauruine im Juli 2010 aus:

Und so sieht ein abgesoffener Pool im Januar 2011 aus:

 

Doch man glaub es kaum... ich hatte endlich im August 2011 wieder Zeit für MEIN Projekt. D.h. ich habe die "Ruine" erst mal wieder ausgegraben und dann die restlichen 9 Betonstützen gefertigt. Wichtig war hier das Setzen des Skimmers, also des oberen Ablaufs in den Beton. Denn damit wurde gleichzeitig die Endhöhe des Pools festgelegt. Außerdem wurden zwei weitere Einlaufdüsen gesetzt.

Dann wurde die Mauerung außen mit einem Zementsockelputz von Marmorit beglückt, damit eine ebene Fläche für die Bitumendickbeschichtung entstand. Zudem hat der Putz eine leichte wassersperrende Wirkung und ist recht günstig zu bekommen.

 

Was soll ich sagen: ich besorgte weitere passende Steine und im Innenbereich wurde die Sitzgelegenheit und die Treppe fertiggestellt:

Jetzt geht es darum, dass der Bau endlich außen fertig wird und die Erde auf dem Gelände verteilt werden kann. Dazu wurde der Pool außen im späteren Erdbereich mit einem Bitumenvoranstrich versehen. Es folgt eine Bitumendickbeschichtung und eine 4 cm Styrodurdämmung im Erdreich. Darauf kommt die Kunststoffnoppenbahn. Und wenn jetzt noch die beiden oberen Einlaufdüsen angeschlossen werden, kann ich die Baustelle auf drei Seiten "zuschieben". Lediglich die Seite beim Skimmer bleibt noch offen, denn direkt hinter dieser Betonwand werde ich einen Installationsraum für die Pumpe betonieren / mauern. Dies spart mir Zeit und Geld / Material (vorgesehen war ein Leitungsgraben bis zum Gartenhaus und dem dortigen Bau eines Kontrollhäuschens).

DANN muss irgendwann der fehlende Betonring gefertigt werden - vermutlich ist das komplette Einschalen das größte Problem.  Und im nächsten Jahr, wenn der Pool wieder innen trocken ist, werde ich innen ebenfalls den Sockelputz aufziehen und damit die Wände für das anstehende Fliesen "ausrichten". Mal schauen....

Ja, man schreibt inzwischen das Jahr 2012. Wir haben im März mit einem Bagger den Hofraum geebnet. Und dabei gleich rund 7,5 qm Erde vom Poolaushub mit einer Erdmulde beseitigt. Danach wurden noch ein paar Pkw-Anhänger mit Aushub weggefahren, etwas Humus geholt und endlich auf 3 Seiten Grassamen ausgebracht.     Und auch der Betonring war eine machbare Sache (wie man auf dem Bild erkennen kann).

So, und eigentlich wollte ich hier einen kleinen Kontrollraum mauern. Doch dann habe ich mich umentschieden und ihn lieber etwas größer geplant. Hierfür mußten erneut rund 2 qm Erde beseitigt werden. Wieder von Hand mit meinem Bauanhänger. Hier wird gerade der Betonboden eingebracht.

Bis zum Juli 2013 wurde in mehreren jeweils 40 - 60 cm Etappen direkt an der Nachbarmauer eine eigene Betonmauer hochgezogen. Im Juli war es endlich soweit, die Decke des Kontrollraums wurde am Stück mit leichtem Gefälle betoniert. Alleine hierfür wurden 800kg Kies und 200kg Zement verwendet!! Jetzt fehlt nur noch eine Zugangstreppe zum Kontrollraum,......   Also weitere Erdbewegungen....nächstes Jahr!

Bei uns steht Nachwuchs an :-)  Dies hat Vorrang!

2014: was wurde gemacht? Wenig. Es wurde ausgeschalt, es wurden Leitungsschlitze und Kabel verlegt, die Außenmauer wurde mit einem Zementputz eben gezogen und fliesfertig grundiert. Eine Zugangsstufe wurde betoniert. 

Fliesen wurden besorgt. Alle Granitplatten gingen zurück zum Händler, der die Kanten brach. Es wurde im November vor dem Frost ein Stück gefliest. So wird dann 2015 der Rest aussehen. Außerdem wird nun doch nicht gefliest. Ich habe mir ein Angebot für V4A eingeholt. Jedoch sind die Schweißstellen bei den vielen Treppenstufen das Kosten-"Problem". Deshalb nun Glasfasermatten. 

Mai / Juni 2015: Die Granitumrandung ist verlegt und verfugt. Dazu wurde eine weitere Treppenstufe eingebaut dadurch konnten alle Treppenstufen in der Höhe abgesenkt werden. Außerdem wurde die Poolabdeckung bestellt.
Und es steht wieder ein Baustopp wegen Nachwuchs an :-)

Aber ich habe es noch geschafft vor dem Winter den Pool außen zu fliesen und die Poolabdeckung aufzubringen :-)

2016: Helfer waren vor Ort.  Es gab eine Kernbohrung für die Gegenstromanlage, um diese einzubauen.  Außerdem wurde alles mit Dichtschlämme versehen lund eben gezogen. D.h. der Pool ist somit eigentlich wasserdicht.  Und es wurde ein Schutzzaun beschafft, der leider erst nach 12 Wochen geliefert wurde.

2017: Eine Rabatte kommt um den Pool, um die Anschlüsse zu schützen.  Außerdem werden Betonpfosten für die Montage des Schutzzaunes betoniert.

Jetzt muss nur noch die Gegenstromanlage eingebaut und im Kontrollraum alle Leitungen miteinander verbunden werden.   Dann kann der Elektriker kommen..... 

ABER es sollte noch der Pool mit Glasfasergelege ausgekleidet werden!!! Man sehen was dieses Jahr so alles geht :-)